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Nach dem letztjährigen Hit „Need for Speed Most Wanted“ plant Electronic Arts den nächsten Geniestreich: „Need for Speed Carbon“ nennt sich der Titel und ist unlängst auf fast allen Systemen unter der Sonne erschienen. Für Kenner des Vorgängers wirkt „Need for Speed Carbon“ zugegebenermaßen etwas beschnitten: Drag- und K.O.-Rennen gibt es nicht mehr und wo ihr in „Most Wanted“ gegen 15 Black List Fahrer antreten musstet, sind es in „Need for Speed Carbon“ nur noch vier Bossfahrer, die über vier verschiedene Territorien herrschen. Mit dabei sind dafür wieder die Driftrennen und gänzlich neu sind die Canyon-Rennen, die zwar relativ einfach sind, aber dennoch viel Spaß machen. In den Canyon-Rennen fahrt ihr gegen nur einen Gegner – allerdings in zwei Runden. In der ersten Runde ist es eure Aufgabe, möglichst dicht am Gegner kleben zu bleiben und euch nicht abschütteln zu lassen. In der zweiten Runde hingegen müsst ihr versuchen, den Gegner abzuschütteln.
Wenn ihr es allerdings in der ersten Runde schafft, den Gegner zu überholen und die Führung zehn Sekunden lang zu halten, habt ihr gleich gewonnen. Fortgeschrittenen Fahrern sollte dies eigentlich immer gelingen. Wie bereits gesagt, gibt es in „Need for Speed Carbon“ vier verschiedene Territorien zu erobern (mit den Canyon-Rennen). Die vier Territorien sind allerdings noch einmal in jeweils mehrere Zonen unterteilt und erst wenn ihr in diesen die Renn-Wettbewerbe gewonnen habt, könnt ihr den Boss des Territoriums herausfordern und wenn ihr das folgende Rennen gewonnen habt, gehört das jeweilige Territorium euch. Aber nicht zwangsweise für immer: Eure Gegner können zurückkommen und euch herausfordern, um das Gebiet zurück zu gewinnen. Passiert dies, müsst ihr in einem Rennen abermals euer fahrerisches Können unter Beweis stellen. Zugegeben, das kann etwas nervig werden auf Dauer – aber es gibt einen Trick, wie man diese Rennen umgehen kann. Guckt dafür einfach mal in unsere Cheats-Sektion.
In den meisten Rennen in „Need for Speed Carbon“ stehen euch Wingmen zur Seite, die sich in die drei Klassen Drafter, Scouts und Blocker unterteilen. Drafter fahren bei Befehl vor euch und lassen euch in ihrem Windschatten ordentlich beschleunigen. Blocker wehren Gegner ab, die von hinten kommen. Und Scouts fahren euch bei Kommando voraus und suchen für euch nach Abkürzungen. Das alles klingt in der Theorie ganz interessant, doch in der Praxis braucht ihr eure Wingmen nur selten wirklich. Nehmen wir zum Beispiel mal die Drafter. Es ist ja schön und gut ihren Windschatten ausnutzen zu können, doch funktioniert das selten optimal, da ihr schon eine gewisse Zeit in ihrem Windschatten fahren müsstet, um wirklich zuzulegen, doch sind die Streckenabschnitte teilweise viel zu kurz, als dass das funktionieren könnte. Blocker sind auch nur selten hilfreich. Zwar blocken sie ganz gut, doch sind die Gegner selten so stark, als dass sie das unbedingt müssten.
Eigentlich sind nur die Scouts teilweise wirklich hilfreich. Schade ist darüber hinaus, dass die Polizei in „Need for Speed Carbon“ ziemlich überflüssig wirkt. In „Most Wanted“ hat man sich teilweise zwangsweise sehr lange Verfolgungsjagden mit ihr geliefert, aber diese sind in „Carbon“ Geschichte – außer ihr wollt unbedingt. Ihr könnt nämlich über die Weltkarte die einzelnen Wettrennen direkt anwählen und die Polizei so zum Großteil umgehen. Dafür ist die Auto-Auswahl im Spiel mal wieder erste Sahne. Dieses Mal unterteilen sich die Kisten allerdings in drei Klassen: Tuner, Muscle und Exoten. Am kompliziertesten fahren sich im Allgemeinen die Exoten (darunter unter anderem Porsche und Lamborghini), am einfachsten die Tuner (hier findet ihr äußerst viele Japaner, so zum Beispiel den superben Nissan Skyline). Selbstverständlich lassen sich alle Wagen leistungstechnisch und optisch tunen – und die Möglichkeiten scheinen hier praktisch unbegrenzt zu sein. Ihr könnt absolut ALLES verändern und neu konfigurieren.
Am Story Modus von „Need for Speed Carbon“ werdet ihr gut 15 Stunden sitzen (wenn ihr wirklich alles frei schalten wollt). Daneben gibt es natürlich auch einfache schnelle Rennen sowie zahlreiche Herausforderungen mit bestimmten Aufgaben und einen netten Mehrspieler-Modus. Auf PS2, GCN und Xbox gibt es leider keine Online-Komponente. Technisch ist „Need for Speed Carbon“ sehr solide, besonders auf der Xbox sieht es auf den alten Konsolen noch ganz klasse aus. Im Gegensatz zu „Most Wanted“ ist es jedoch mal wieder immer nur Nacht, was teilweise etwas nervt. Man würde eben gerne auch mal am Tage fahren. Schade ist auch, dass das Spiel nicht immer flüssig läuft. Der Sound kann hingegen durchweg überzeugen.
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